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Märchenhaft schön spielen Sontheims Musiker auf

Passend zur Fasnetszeit präsentierte der Musikverein Sontheim bekannte und beliebte Werke zu Märchen, Sagen und Legenden. Das gut gelaunte Ensemble um Dirigent Volker Pflügner bescherte den vielen Konzertbesuchern einen Gehörgenuss und wusste zu gefallen und zu überzeugen.

Märchenhafte Melodien waren bei dem neunten Themenkonzert des Musikvereins Sontheim zu hören. Ein unterhaltsames und vielseitiges Programm mit konzertanter Musik wie volkstümlichen Stücken mit Walzer und Polka hatte Volker Pflügner zusammengestellt. Auch anspruchsvolle Passagen meisterten die Sontheimer Musiker souverän. Sie spielten sich in die Herzen des begeisterten Publikums.

Mit Schlagzeilen begrüßte der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Duckek die vielen Gäste in der passend zum Motto des Abend dekorierten Berghalle, einschließlich eines schönen Modells der Burg Liechtenstein sowie einer Armbrust und einem riesigen Apfel. Zudem gab es Scherenschnitte über der Bühne und in den Programmflyern zu bewundern, die auf die zu erwartenden Musikstücke verwiesen.

Mit einem pensionierten Pfeifenraucher erinnerte Duckek etwa an Lehrer Lämpel aus „Max und Moritz“, mit einem „Arbeitsunfall, der zur Volksmüdigkeit führt“ an „Dornröschen“, mit einem „Schuh, der zum Lebensglück verhilft“ an „Aschenbrödel“, mit den „stolpernden Leichenträgern, die eine Scheintote zum Leben erwecken“ an „Schneewittchen“ oder mit einer „vierköpfigen Band, die Kriminelle erweckt“ an die „Bremer Stadtmusikanten.“

Start mit einem Geheimnis

Traditionsgemäß eröffneten die Flötenkinder um Kornelia Kiem und die Jugendkapelle unter dem Dirigat von René Zäh das Frühjahrskonzert, bei dem dann die Aktiven des Vereins den interessanten Musikreigen mit der sinfonischen Dichtung „Mystery of Atlantis“ von Michael Geisler eröffneten. Das Stück um die angeblich versunkene Stadt Atlantis lebte vom Wechsel der Klangcharaktere und den vielfältigen Rhytmen der Schlagzeuger. Die Musikkapelle zog das Publikum mit klanglich erzeugten Szenen in den Bann, die die Insel und Stadt Atlantis wiederaufleben ließen. Das Stück endete mit einem überwältigenden Finale, in dem die aufgebaute Spannung regelrecht entladen wurde.

Mit Klängen vom Klavier, gespielt von Rebecca Pflügner im Hintergrund, begannen die Melodien aus dem Märchenklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, der alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit im Fernsehen läuft. Weiche, melodische und gut ins Ohr gehende Teile wechseln sich mit schrägen und disharmonischen Abschnitten ab und verleihen dem Stück ihren besonderen Reiz. Die Klänge von Klarinetten und Flöten, auch Piccoloflöten, sind charakteristisch für den Klassiker von Karel Svoboda in einem Arrangement von Guido Rennert. Kornelia und Mariele Kiem setzten mit ihren Solopartien auf der Flöte hörenswerte Akzente.

Markus Götz setzte 2018 die „Sage vom Todten Moos” als „Dramatic Tales” in die Sprache der Musik um, das dann die Musikkapelle Sontheim erklingen ließ. In intensiven Szenen beschreibt Götz das Bemühen der Menschen, der kargen Landschaft Leben abzugewinnen. Erst nach weichen Klängen von Klarinetten und Tenorhorn weitet sich die Szene zu einer Marienwallfahrt in Todtmoos. Variables Musizieren mit vielen ausdrucksvollen Crescendis, orchestralen Fugen und klarer Rhythmik zeigte die Flexibilität der Musikkapelle. Viel Fingerakrobatik forderte die sinfonische Rock-Ouvertüre von den Holzbläsern, die sehr schnelle Läufe zu bewältigen hatten.

Das wohl anspruchsvollste Stück des Abends bildete dann die Ouverture aus der Oper „Wilhelm Tell“ von Gioacchino Rossini in einer Bearbeitung für Blasmusik von Edmond Jonghmans. Schöne Klangmalerei zeichnet zunächst die idyllische Alpenlandschaft der Schweiz nach, munteres Vogelgezwitscher erzeugen die Flöten und Klarinetten und weiche und ruhige Passagen erklingen aus Oboe und Englischhorn, gekonnt vorgetragen von René Zäh. Doch dann nimmt das Werk Fahrt auf, es folgen Sturm und Schlachtengetümmel bis hin zum glorreichen Siegestaumel mit galoppierenden Fanfarenklängen zum Finale.

Den zweiten Konzertteil begannen Sontheims Musiker mit dem „Märchen vom Moos und Farnkraut“ von Jaroslav Celbaeiner nach einer tschechischen Kinderserie. Rebecca Pflügner verlieh der gefühlvollen Ballade mit ihrer Trompete die melodischen Inhalte. Für die Freunde traditioneller Blasmusik folgte noch die Solopolka für Flügelhorn und Tenorhorn „Max und Moritz“ mit Kornelia Kiem und Markus Oßwald als die Solisten, die für ihren gelungenen Auftritt viel Beifall erhielten. Schöne und gefällige Melodien waren aus der berühmten Disney-Filmproduktion „Die Schöne und das Biest“ zu hören, so der Prolog und die Titel „Belles Lied“, „Wer hätt’s gedacht“ und „Die Schöne und das Biest“.

Walzerklänge fehlen nicht

Mit dem melodiösen mährischen „Märchenwalzer“ von Metodej Prajka erklangen wahrlich märchenhafte Klänge, an denen vor allem die Klarinettenspieler und das tiefe Blech ihren Anteil hatten. Das imposante Konzert fand mit der „Schneewittchenpolka“ einen schwungvollen Ausklang, nicht ohne dass die Sontheimer Musiker die vom Publikum eingeforderten Zugaben erfüllten. In dem rockigen Stück „Go west“ aus dem Filmklassiker mit Otto Waalkes ging es etwas fasnetsmäßig zu, denn zu diesem marschierten sieben Zwerge auf. Und hinterher tauchte noch ein Bär zum Motto „Probiers mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch auf.

Tragend und ergreifend war dann das Finale der Musikkapelle Sontheim: Denn zu Ehren ihres vor wenigen Wochen verstorbenen Dirigenten Gregor Baumann spielte sie den „Abendsegen“ aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“ nach Engelbert Humperdinck. Dankesworte fehlten nicht: Der Vorsitzende Karl-Heinz Duckek dankte vor allem Dirigent Volker Pflügner, der „viel Zeit, Energie und Geduld“ in das Themenkonzert „Märchen, Sagen und Legenden“ gesteckt habe. Der kräftige Schlussapplaus des begeisterten Publikums blieb nicht aus.

Musikverein Sontheim ehrt langjährige Musiker

Ehrungen haben beim Jahreskonzert der Musikkapelle Sontheim nicht gefehlt. Besondere Ehrungen erfuhren Jakob Ruopp und Günther Strohm, die seit sage und schreibe 70 Jahren dem Musikverein die Treue halten und sich früher engagiert und mehrere Ämter begleitend in das Vereinsleben eingebracht haben. Der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Duckek würdigte die Leistungen und Verdienste der beiden Ehrenmitglieder. Viel Lob und Anerkennung erfuhren zudem Hans-Peter Scheiffele für 30 Jahre aktives Musizieren und Dieter Seiffert für 50 Jahre aktives Musizieren.

Verbandsehrungen beim Konzert

Martin Menzen aus Westerheim, der Vorsitzende des Bezirks Nord im Blasmusik-Kreisverband Ulm/Alb-Donau, vollzog die Ehrungen für die aktiven Musiker aus Sontheim. Er ehrte Carolin Rettich für zehnjähriges Musizieren, Stephanie Baumeister für 20-jähriges, Hans-Peter Scheiffele für 30-jähriges und Dieter Seiffert für 50-jähriges. Humorvoll mit einem „Stelza hoi“ passend zur Fasnet begrüßte der Westerheimer Menzen zunächst die Konzertbesucher und tat dann seine Freude kund, junge und ältere verdiente Musiker und Förderer der Blasmusik ehren zu dürfen. Er zeichnete die zwei Musikerinnen und zwei Musiker mit den entsprechenden Ehrennadeln des Blasmusikverbands Baden-Württemberg aus und übergab ihnen auch die passenden Urkunden beziehungsweise Ehrenbriefe.

Der Bezirksvorsitzende Martin Menzen bezeichnete Dieter Seiffert als „lebende Legende unter den Musikern“ in Anlehnung an das gelungene Frühjahrskonzert des Musikvereins Sontheim zum Thema „Märchen, Sagen und Legenden.“ 50 Jahre als aktiver Musiker im Einsatz zu sein, verdiene hohen Respekt und Anerkennung, unterstrich Menzen und verabschiedete sich nach getanem Vollzug augenzwinkernd mit „Ehrungen fertig“. Zudem wünschte er den Besuchern des Konzerts noch einen „märchenhaften Abend“. Zu den Gästen gehören übrigens auch Bürgermeister Michael Weber und Ehrenbürger Karl Ogger.

Lob vom Vorsitzenden

Grußworte an die vom Verband Geehrten entbot ferner der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz-Duckek und würdigte ihre Treue und ihren Einsatz: Lob gab es für die Klarinettenspielerinnen Carolin Rettich und Stephanie Baumeister, die zudem seit neun Jahren die Schriftführerin im Verein ist. Viel Dank erfuhr Posaunenspieler Hans-Peter Scheiffele, der zwölf Jahre Ausschussmitglied war und „wisse, wo’s langgeht“.

Ausführlich ging er auf das Urgestein Dieter Seiffert aus Magolsheim ein, der seit 50 Jahren aktiver Musiker ist. In Magolsheim, Suppingen und vor allem in Sontheim musizierte er, zunächst als Trompeter. Doch da die Tuba zu dem „Mann in der letzten Reihe“ besser passe, wechselte er auf dieses Instrument. „Und da brauchen wir ihn auch.“

Seitens des Vereins dankte Vorsitzender Karl-Heinz-Duckek für die 70-jährige Treue von Jakob Ruopp und Günther Strohm. Jakob Ruopp, der aus gesundheitlichen Gründen dem Konzert und der Ehrung nicht beiwohnen konnte, war 27 Jahre aktiver Musiker und davon 24 Jahre Schriftführer sowie 17 Jahre der stellvertretende und zwei Jahre der erste Vorsitzende des Vereins, in dem er seit 45 Jahren Ehrenmitglied ist. Günther Strohm war 50 Jahre aktiver Musiker und dabei sechs Jahres Ausschussmitglied und elf Jahre der Vereinsvorsitzende. Seit 45 Jahren ist auch er Ehrenmitglied.

Ehrungsmarsch erklingt

Die zwei Musikerinnen und zwei Musiker bedachte Duckek nicht nur mit Lob und Dank, sondern auch mit Geschenkkörben. Für die Geehrten ließ die Musikkapelle Sontheim unter Leitung von Volker Pflügner traditionsgemäß den Ehrungsmarsch „Alte Kameraden“ erklingen. Zum Ende des Frühjahrskonzerts dankte Duckek den Besuchern für ihr Kommen und meinte, dass sie ein interessantes und abwechslungsreiches Musikprogramm gehört haben. Der Beifall des begeisterten Publikums dürfte dies bestätigen.