GESCHICHTE

die Kapelle – gestern…

Chronik des Musikverein Sontheim (Stand 2002)

Der Musikverein Sontheim wurde am 17. Februar 1928 durch die Initiative unseres leider schon verstorbenen Ehrendirigenten Fritz Wegst gegründet. Bei der Gründungsversammlung erklärten sich 13 junge Männer zum Beitritt bereit. Ihre Namen waren:

Fritz Wegst, Dirigent von 1928 – 1964;

Robert Erb, verstorbener Ehrenvorsitzender des Musikverein Sontheim und über 40 Jahre aktiver Bläser;

ferner: Eugen Anhorn, Christian Bärtele, David Bärtele, Hans Brändle, Jakob Geißler, Georg Kast, Hans Kuhn, Christian Laucher, Georg Lude, Georg Strohm und Eugen Zeifang.

Sieben Musikinstrumente wurden vom Posaunenchor der Kirchengemeinde Ennabeuren und Sontheim ausgeliehen, der damals zu existieren aufgehört hatte.

Mit dem gleichen Idealismus der Vereinsmitglieder wie heute und durch Unterstützung der Gemeinde Sontheim ging man daran, eine Blaskapelle aufzubauen. Schon in den Anfangsjahren konnte diese manchen Erfolg für sich verbuchen. Erwähnt sei hier nur der 2. Preis, den sie 1936 in einem Musikantenwettbewerb in Münsingen bekam. Bei Hochzeiten und anderen Festlichkeiten waren die Musikanten sowohl in der weiteren als auch in der näheren Umgebung gern gesehene Gäste, bewiesen sie doch stets besonderes Durchhaltevermögen, sobald sie zum Tanz aufgespielt hatten.

Nachdem 1939 der Krieg ausgebrochen war und die Mitglieder beinahe alle zu den Waffen gerufen worden waren, war die Kapelle von 1939 bis 1949 nicht mehr in der Lage, aktiv aufzutreten. Der zweite Weltkrieg forderte leider auch vom Musikverein Sontheim seine Opfer.

Die Namen der Gefallenen Kameraden sind:

Jakob Bärtele; Christian Erb; Hans Hirning; Hans Ruopp; Hansjörg Ruopp; Jakob Schmautz; Hans Schüle und Jakob Strohm.

– Ihnen sei ein ehrendes Gedenken! –

Nachdem bis 1949 die meisten Männer vom Krieg bzw. aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren, kam auch wieder das Thema „Musikverein“ zur Sprache. Einer Einladung der alten Musiker zufolge fanden sich am 23. Februar 1949 alle Musikfreunde des Dorfes in der Rathausschule zusammen. Nach längerem Beraten wurde beschlossen, den Musikverein wieder neu ins Leben zu rufen. Hier zeigten sich aber gleich die ersten Schwierigkeiten. Die Instrumente, soweit diese überhaupt noch vorhanden waren, waren beinahe alle reparaturbedürftig. Sämtliche vor dem Krieg vorhandenen Notenblätter waren verschwunden und mussten von Hand kopiert werden.Im Laufe der Zeit konnten aber alle Probleme beseitigt werden. Die organisatorische Führung des Vereins übernahm ab 1953 Robert Erb, der den ehemaligen 1. Vorsitzenden Hans Brändle ablöste. Die musikalische Leitung blieb weiterhin in den Händen von Fritz Wegst.

In den Folgejahren entwickelte sich ein reges Vereinsleben und zahlreiche Feste wurden von dem nun wieder aufwärtsstrebenden Verein umrahmt und mitgestaltet. Nicht nur, daß er in der Heimatgemeinde einen entscheidenden und wichtigen Beitrag zum Kulturleben leistete, man sah ihn auch häufig bei Festen und Veranstaltungen außerhalb des Ortes.

Viel Fleiß und Ausdauer waren erforderlich, um den heutigen Leistungsstand zu erreichen und ungezählte Freizeitstunden wurden von den Musikern bei den Proben geopfert. Es mussten auch manche Rückschläge verkraftet werden.

1964 fand der Verein für den krankheitshalber ausscheidenden Ehrendirigenten Fritz Wegst in Hans Zäh einen würdigen Nachfolger.1968 konnte die Gemeinschaft ihr 40-jähriges Bestehen, verbunden mit dem 16. Bezirksmusikfest Ulm-Donau, feiern. Mit Festbankett, Heimatabend, Wertungsspiel, Kinderfest und vielem mehr gelang es, vom 12. bis 15. Juli 1968 eine Feier auszurichten, an die sich jeder, der damals dabei war, auch heute noch gerne erinnert.

1969 wurde der 1. Vorsitzende Robert Erb, der sein Amt 16 Jahre mit ungeheurem Eifer ausgeübt hatte, von Ernst Strohm abgelöst. 1970 übernahm Gerhard Schmuker das Amt des Dirigenten. Da sich die Musikvereine der Umgebung 1968 auf ein jährliches Musikertreffen unter dem Motto „Rund um den Römersten“ geeinigt hatten, stand man ab diesem Zeitpunkt auch in regem Kontakt mit einigen Nachbarkapellen.

Jakob Ruopp, der seit der Reaktivierung des Vereins nach dem Krieg als Schriftführer tätig war, übernahm 1974 das Amt des 1. Vorsitzenden.

Der Zusammenschluß von Ennabeuren und Sontheim zu einer Gemeinde war im Juli 1974 Grund für ein großes Fest, dem „Heimatfest der Gemeinde Heroldstatt“. Gemeinsam mit der Trachtenkapelle Ennabeuren sorgte man für die musikalische Unterhaltung der Festgäste.

Im Jahr 1978 wurde Eckhard Ruopp als 1. Vorsitzender gewählt. Als bisher jüngster Vorsitzender brachte er frischen Wind in die Segel und die Gemeinschaft konnte weitere musikalische Erfolge verbuchen.

So führte sie 1982 ihr erstes Konzert gemeinsam mit der Trachtenkapelle Ennabeuren in der Turnhalle in Ennabeuren durch. Im Juni desselben Jahres erreichte sie beim Wertungsspiel in Blaubeuren einen 1. Rang.

Ein voller Erfolg war dann auch der 1985 erstmals gemeinsam mit dem Schwäbischen Albverein, Ortsgruppe Sontheim, und den Landfrauen durchgeführte Lichtmeßabend in der Berghalle. Im gleichen Jahr nahm man wieder an einem Wertungsspiel in Altheim/Weihung teil, bei dem man einen 1. Rang in der Unterstufe erhielt.

Durch einen 3tägigen Ausflug nach Hombressen (Kassel), wo er an einem Schützenfest musikalisch mitwirkte, konnte der Musikverein freundschaftliche Beziehungen zu dem dort ansässigen Spielmanns- und Fanfarenzug knüpfen.

Günther Strohm bekleidete ab 1985 das Amt des 1. Vositzenden und Gregor Baumann übernahm 1986 die musikalische Leitung.1987 richtete der Musikverein Sontheim erstmals allein ein Frühjahrskonzert aus, welches mittlerweile bereits zur Tradition geworden ist.

Mit einem Festabend, einem farbenfrohen Festzug, Massenchor und Konzert der Römersteinkapellen feierte der Musikverein Sontheim vom 1.bis 3. Juli 1988 sein 60-jähriges Jubiläum verbunden mit dem Musikertreffen „Rund um den Römerstein.“

1989 nahmen die Sontheimer Musikfreunde beim Wertungsspiel des Kreismusikfestes in Öpfingen erstmals in der Mittelstufe teil und erreichten hierbei einen „1.Rang mit Auszeichnung“. Die Freude war so groß, daß sie diesen Erfolg mit Marschmusik durch die Heimatgemeinde feierten.

1991 bestritt die Kapelle des Musikvereins Sontheim ein Paradekonzert am Ulmer Rathausplatz.

Beim Kreismusikfest in Dellmensingen 1992 nahm sie beim Wertungsspiel in der Mittelstufe teil.

Gregor Baumann gab 1993 seinen Dirigentenstab in die jüngeren Hände von Thomas Bollmann aus Ehingen und bei der Generalversammlung 1996 löste Gerhard Schmuker Günther Strohm als 1. Vorsitzenden ab.

Am 1.und 2. Juni 1996 richtete der Musikverein Sontheim das Musikertreffen „Rund um den Römerstein “ in der Berghalle in Heroldstatt aus. Nachdem man am Samstagabend die Besucher mit einem bunten Wunschkonzert unterhalten hatte, gehörte der Sonntagnachmittag ganz den Kapellen aus der Nachbarschaft.

Ein weiterer Höhepunkt war 1996 die Konzertreise nach Graach an der Mosel, wo die Musikanten bei dem dortigen Weinfest mit Weinprämierung mit von der Partie waren.

Seit 02.08.1997 hat die Kapelle wieder einen neuen Dirigenten, Volker Pflügner aus der Heimatgemeinde.

Mit einem Jubiläumskonzert im Jahr 1998 gedachte der Musikverein Sontheim seinem 70-jährigen Bestehen.

1998 fand das Landesmusikfest in Ehingen statt. Nicht zuletzt aufgrund der geringen Entfernung entschloss sich der Musikverein Sontheim, am Festzug als auch am Wertungsspiel teilzunehmen; hierbei erspielten sich die Musiker und Musikerinnen die Note ‚gut‘.

Beim 25-jährigen Jubiläum der Gemeinde Heroldstatt vom 19. bis 21.06.1998 war der Musikverein Sontheim natürlich musikalisch mit von der Partie.

Zu einer Reise der besonderen Art brach der Musikverein einen Monat später auf: Vor acht Jahren geknüpfte Beziehungen führten den Verein nach Bubach. Beim dortigen Jubiläumsfest wurde die Fest-, wie auch die Fahnenmutter nach alter bayrischer Tradition musikalisch ins Zelt begleitet.

Eine bisher einmalige Ehrung beim Musikverein Sontheim wurde Günther Strohm beim Frühjahrskonzert 1999 zuteil: Für seine 50-jährige aktive Vereinstreue wurde er mit der Bundesehrenurkunde und dem Ehrenabzeichen in Gold bedacht.

Im gleichen Jahr gab der Musikverein zusammen mit der Chorgemeinschaft Heroldstatt zum ersten Mal vor der Berghalle ein Muttertagskonzert, welches mitlerweile zur Tradition geworden ist.

Im Frühjahr 2002 stand ein Wechsel in der Vereinsführung an: Gerhard Schmuker gab nach sechs Jahren sein Amt als erster Vorsitzender an Karl-Heinz Duckek ab.

Im selben Jahr stellte der Musikverein Sontheim zum ersten mal sein Frühjahrskonzert unter ein Motto: mit bunter Dekoration und ausgefallenen Kostümen holte man sich musikalisch den Zirkus in die Berghalle.

Neben den Übungsstunden, die Notwendig sind, um bei Musikwettbewerben erfolgreich zu bleiben, kommt im Verein natürlich die Geselligkeit unter den Vereinsmitgliedern und deren Familien nicht zu kurz: Kameradschaftsabende, Wanderungen, Freizeitaktivitäten und vieles mehr gehören inzwischen zu den festen Bestandteilen der Vereinsaktivitäten. Ausflüge gingen u.a. an den Silvretta Stausee, nach Salzburg und Südtirol, ebenso nach Tripsdrill und Augsburg.

Mehr als 85 Jahre seit seinem Bestehen ist der Musikverein Sontheim ein fester und nicht mehr wegzudenkender Teil der Gemeinde Heroldstatt. So trägt er z.B. durch Veranstaltungen wie dem alljährlichen Muttertagskonzert, dem Oktoberfest und dem Spielen am Dorfchristbaum zu einem abwechslungsreichen Gemeindeleben bei.

Die Aufgabe des Musikvereins Sontheim ist es, die Volks – und Unterhaltungsmusik, die konzertante Blasmusik und das ländliche Brauchtum zu pflegen. In diesem Sinne wird der Verein stets bemüht sein, jungen Menschen die Freude am Musizieren zu vermitteln und den Gemeinschaftssinn zu fördern.